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Vor dem Leben genommen

 Vor dem Leben genommen Mein Gott – ich überhäufe dich mit Fragen! Ich kann von morgens bis abends nur klagen! Wie konnte dieses Unglück passieren? Warum musste das Kind sein Leben verlieren? Es wuchs im Bauch doch behütet auf. Die Schwangerschaft nahm ihren Lauf. Es haben sich schon alle gefreut. Jetzt wird Manches tief bereut. Bin ich schuld, hab ich was verpasst? Hab ich mich zu hart angefasst? Hat das Kind was nicht vertragen? Herr, Du kennst die schlimmen Klagen. Tausend Stimmen schwirren im Kopf. Doch tot ist mein kleiner, armer Tropf. Wir wollten mit ihm das Leben verbringen. Wollten mit ihm tanzen und singen. Es ist so unwirklich still im Haus. Die Trauer ist ein richtiger Graus. Sie erfasst den kleinsten Gedanken. Gibt es denn da gar keine Schranken? Auch wenn ich’s nicht versteh‘, Du riefst dieses Kind. Es tut mir sehr weh. In deine Arme geschwind. Doch dürfen Gedichte nicht schrecklich enden. Sie sollen doch manches zum Guten wenden. Du sagst den Elte...

Leben gerissen

  Leben gerissen Wir haben geflüstert, wir haben gelacht, plötzlich hat etwas ganz laut gekracht. Ein kurzer Moment, eine Unachtsamkeit nur, schon war das Leben ganz aus der Spur. Die Freude dahin, der Himmel ganz dunkel. Um mich herum nur Stimmen, Gemunkel. Verschämt schauen Leute von mir weg. Ich fühle mich wie der letzte Dreck.

Sterben

  Sterben Das Sterben wird nicht eingeplant. Es wird maximal geahnt. Doch ist es unseres Lebens Lauf. Wir stehn an des Grabes Trauf. Und der Weg dahin ist schwer. Niemand liebt ihn allzusehr. Man wird krank und alt und schwach. Leiden, Schmerzen Ungemach.

Vorbei

  Der Kampf ist vorbei. Der Krebs hat gesiegt. Ganz langsam hat er dich untergekriegt. Die Waffen werden zur Seite gelegt. Der Rest des Lebens sorgsam gepflegt. Es ist Zeit zu gehen Das ist ganz schön hart. Werden wir uns wieder sehen nach unserer Fahrt?